Die Behandlung des Lymphödems in der physiotherapeutischen Praxis

Nachdem ihr Arzt die Diagnose „ Lymphödem, bzw. Lip- Lymphödem“ gestellt hat, erhalten Sie von ihm 3 Rezepte.

Eines für die „Manuelle Lymphdrainage“ und „Kompressions-

bandagierung“ mit Messprotokoll. Mit diesem Rezept vereinbaren Sie ein Termin bei einer Lymphtherapeutin, bzw. einem Lymphtherapeuten.

Ein weiteres Rezept für das benötigte Bandagematerial/ Lymphset. Dieses erhalten Sie in der Apotheke, bzw. im Sanitätshaus.

Das dritte Rezept ist die Verordnung für Ihre Kompressionsstrümpfe, bzw. Ihre Kompressionshose, die am Ende der Entstauungsphase angemessen wird.

 

Jetzt beginnt für Sie die „Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)“.

Da Sie Ihre Entstauungsphase ambulant, d. h. in einer Praxis für Physiotherapie durchführen werden, erfordern die kommenden Wochen viel Geduld und Engagement von Ihnen. Als Physio- und Lymphtherapeuten unterstützen wir Sie dabei so gut wie möglich.

Sie können diese Therapie auch stationär, d. h. in einer Klinik durchführen. Dazu muss der Arzt einen Antrag stellen. Ist Ihr Lymph- oder Lipödem noch nicht sehr stark ausgeprägt kann die Entstauung jedoch gut in der Praxis durchgeführt werden.

 

Die KPE ist eine 2-Phasentherapie:

 

Phase 1 nennen wir die „Entstauungsphase“.

Das Ziel der Phase1 ist die Entstauung des frei verschieblichen Ödemvolumens in einer Extremität, bzw. des Rumpfes und die Reduktion von lymphostatischen Fibrosen.

Diese Phase dauert ca. 14 bis 28 Tage und kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Dazu gehören die täglichen manuellen Lymphdrainagen, Kompressionsbandagen mit Kurzzugbinden, die Bewegung in der Kompression und die Hautpflege.

Phase 2 ist die „Erhaltungs- oder Optimierungsphase“.

Das Ziel der Phase 2 ist die Konservierung und Optimierung des Behandlungsergebnisses der Phase 1. Dieses Ziel dient der Vermeidung und Reduktion von progressiv chronisch invalidisierenden Prozessen.

Diese Phase dauert lebenslang, und wird weiterhin in der Praxis für Physiotherapie durchgeführt. Sie kann von Zeit zu Zeit wieder in die Phase 1 übergehen. Des Weiteren tragen Sie Ihre flachgestrickte Kompressionsversorgung, bewegen sich in ihr und führen Ihre Hautpflege durch.

 

Was bewirkt die MLD?

Die MLD verbessert die „Lymphbildung“/ Drainage. Dies geschieht durch die Verschiebung von Lymphe und Gewebsflüssigkeit. Die Lymphgefäße werden zu einer höheren Leistung angeregt und die Pumpfähigkeit wird verbessert. Zudem kann fibrotisch verändertes Bindegewebe gelockert werden.

Für diese Behandlung stehen dem Lymphtherapeuten viele verschiedene Griffe zur Verfügung.

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Was verstehen wir unter Kompressionstherapie?

Nach der Lymphdrainage wird immer ein Kompressionsverband mit Kurzzugbinden angelegt. Dieser Verband ist ein „Schichtverband“, bei dem der Druck von den Finger-, bzw. Zehenspitzen zum Rumpf hin abnehmen muss. Er sollte so angelegt werden, dass Sie sich gut darin bewegen können.

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Des Weiteren werden am Ende der KP1 maßgefertigte, flachgestrickte Kompressionsstrümpfe/- hose angemessen und von Ihnen zwischen den Therapieeinheiten getragen.

Die Kompression, sei es durch die Bandagen oder die Strümpfe, bewirkt eine Erhöhung des Gewebedruckes und senkt damit die Gefahr, dass Flüssigkeit im Gewebe liegen bleibt. Die Wirksamkeit der Muskel- Gelenkpumpe wird verbessert und die durch die MLD verschobene Flüssigkeit kann nicht zurückfließen. Die Fläche, die zur Reabsorbtion genutzt werden kann, wird vergrößert und fibrotisch verändertes Bindegewebe kann sich wieder lockern.

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Hat unsere Therapie gewirkt?

Wir überprüfen unsere Arbeit regelmäßig. Nach jedem Rezept werden Sie erneut vermessen und die Ergebnisse in ein Messprotokoll eingetragen.

 

Hautpflege ist ein sehr wichtiger Baustein Ihrer Therapie!

Die Kompression entzieht der Haut wichtige Feuchtigkeit.

Geeignet sind unparfümierte Pflegemittel, evtl. mit einem geringen Ureaanteil.

Vorsicht ist bei der Nagelpflege geboten. Lassen Sie Ihre Pediküre möglichst von einer Podologin durchführen.

 

Bewegung in der Kompression!

Folgende Sportarten sind gut geeignet:

  • Schwimmen
  • Walken/ Nordic-Walking
  • Fahrrad fahren
  • Wandern
  • Joggen
  • Golfen
Bei allen Fragen rund um Ihre Therapie stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zu Seite!
 
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